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  • Fabian Meisser

Interview mit den Gründern

Aktualisiert: 3. Sept 2019

DataVision AG, Zürich l Automatisierung und Analytics im Accounting

Von links nach rechts die Gründer von DataVision AG: Raphael Kissling, Fabian Meisser, Tobias Honold

Kompetenz in Accounting, Controlling, IT und Data Science


Wann und wo ist die Idee zur Gründung der DataVision AG entstanden?


Raphael Kissling: Seit der Gründung von TreuVision vor rund sieben Jahren ist es unser Ziel, KMUs zu helfen, intelligente Entscheidungen schneller zu treffen. Dabei haben wir gelernt: Daten anzubinden, zu vernetzen und auszuwerten ist eine zentrale Kernkompetenz um dieses Ziel zu erreichen. Wir treffen viele Unternehmen an, bei denen die Datenmenge in den Buchhaltungsprogrammen, Fileservern und den Clouds laufend zunimmt, aber die Unternehmen nicht ausreichend davon profitieren können. Bei der Ursachenforschung kamen wir dann darauf, dass die Buchhalter, Controller oder Treuhänder (also der Fachbereich) zu wenig über das Datenmanagement weiss und umgekehrt, die IT-Spezialisten zu wenig vom Fachbereich verstehen. Da ist die Idee von DataVision geboren: Durch die Kombination von IT- und Fachwissen den Firmen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Fabian Meisser: Als ich Tobias erzählte, dass ich eine Weiterbildung zum Data Scientisten mache und dass ich das Controlling in meiner damaligen Stelle automatisiere, sagte er »Lass uns eine Firma gründen». Mehr zum Spass, wie man dies halt so unter Freunden sagt, ohne dass man es dann in den meisten Fällen auch wirklich tut. Für mich war es ein schon lange gehegter Traum, eine Firma zu gründen. Als ich meine Stelle gekündigt hatte, wurde aus der diffusen Idee dann schnell ein konkreter Plan, der im Juli 2019 in der Gründungsurkunde der DataVision AG Realität wurde.


Wofür steht der Name «DataVision»?


Tobias Honold: DataVision steht zunächst mal für das Offensichtliche: Daten visualisieren. Darüber hinaus aber auch für die Vision, welche wir haben, KMU’s fit zu machen für die digitale Zukunft, in dem wir ihnen mit optimalen Prozessen helfen, schneller und effizienter zu werden und gleichzeitig wirkliche Erkenntnisse aus den Daten zu ziehen.


Ihr bewegt euch ja in einem komplexen Umfeld und es wird für viele Personen schwer nachvollziehbar sein, was ihr macht. Wie erklärt ihr eurer Grossmutter, worum es in eurer Firma geht?


Fabian Meisser: Also meine Grossmutter ist schon über 80 aber fährt immer noch leidenschaftlich gerne Auto. Daher erkläre ich es ihr anhand des Armaturenbrettes respektive Navigationsgerätes: Als Autofahrer will muss man jederzeit informiert sein, wie schnell man fährt oder wie voll der Tank noch ist. Ausserdem möchte man eine Prognose haben, wann man am Ziel ankommt und bei Abweichungen vom Plan kann man Massnahmen treffen, wie zum Beispiel jemanden informieren, etwas schneller fahren oder Ersatz organisieren, wenn man es nicht pünktlich schafft. Genauso brauchen Personen mit Führungsverantwortung solche Instrumente und somit aktuelle, verlässliche Informationen über Ihr Unternehmen. Und diese stellen wir unseren Kunden zur Verfügung.

Raphael Kissling: Genau, und eigentlich sind unsere Dashboards noch viel besser als das Armaturenbrett. Denn der Fahrer kann es jederzeit selbst erweitern und in die Tiefe gehen bei der Analyse, ohne dazu einem Techniker anrufen zu müssen.

Tobias Honold: Richtig, und unser zweites Standbein ist neben «Analytics» ist die Automatisierung von Finanzprozessen wie Abschlüssen oder Forecasts. Damit spart man einerseits manuelle Arbeit und andererseits kann man weitere Erkenntnisse mit automatisierten Daten gewinnen. So können sich die Mitarbeitenden auf spannendere Arbeiten konzentrieren und die Fehleranfälligkeit sinkt.


Solche Unternehmens-Dashboards sind ja schon länger im Einsatz. Was ist denn jetzt anders als vor 10 oder 15 Jahren?


Fabian Meisser: Es hat sich sehr viel verändert. Ich sehe vor allem drei Trends, die dazu führten, dass wir eine ganz neue Ausgangslage haben:

  • Technologische Entwicklungen: Die Rechen- und Speicherkapazitäten sind enorm gestiegen. Ein Laptop kann heute vieles, wofür früher ein Grossrechner nötig war. Ausserdem ist die «Cloud» aufgekommen, welche die Ressourcen viel effizienter nutzt und neue Lösungen und Geschäftsmodelle ermöglichte.

  • Die Demokratisierung von Software: Früher brauchte man für vieles neben einem Grossrechner auch noch Programmierkenntnisse: Viele junge Leute haben sich in den letzten Jahren daran gemacht, dies zu ändern und man kann heute immer mehr mit intuitiven Programmen statt kompliziertem Code grossartige Lösungen erzielen. Ausserdem ist vieles auch noch open-source: das heisst gratis für alle verfügbar.

  • Preisverfall: Der IT - Markt ist weiter gereift und die Preise gesunken. Dies ist auch ein Resultat der zuvor genannten beiden Trends.

Wir können dadurch Lösungen für KMU’s anbieten, die sie sich leisten können. Microsoft hat mit Power BI, welches 10 Dollar pro Benutzer und Monat kostet, den Markt mächtig aufgemischt. Ausserdem kann ein Nutzer eines solches Systemes die Wartung grösstenteils selbst vornehmen – ohne Einbezug von IT-Spezialisten.



Raphael Kissling und Tobias Honold im Gespräch mit Fabian Meisser, DataVision AG Zürich


Und was ist mit der Automatisierung: Gehen nun durch die Automatisierung Jobs in der Schweiz verloren?


Tobias Honold: Vor ein paar Jahren haben viele Firmen die Finanzfunktionen in der Schweiz reduziert und teilweise nach Osteuropa oder Asien ausgelagert – was in sehr vielen Fällen nicht wirklich gut funktionierte. Statt repetitive Arbeiten ins Ausland auszulagern, sollten wir hier vor Ort automatisieren: Dafür braucht man auch immer noch Personal – in der Tendenz einfach Qualifizierteres. Dies lässt sich durch Weiterbildungen bewerkstelligen – dafür sind wir mit dem Bildungsstandort Schweiz gut positioniert. Wenn wir es richtig angehen und solche Lösungen skalieren können, schaffen wir mehr Jobs in der Schweiz, die Arbeitnehmer haben spannendere Arbeit und sind zufriedener.

Man hat den Eindruck, dass Firmen mit dem Angebot «Digitalisierung» nur so aus dem Boden spriessen, respektive sich auch alle etablierten Firmen dies auf die Fahne schreiben. Wie kann man sich da als kleine Firma hervortun?

Raphael Kissling: Wir glauben, dass nur sehr wenige Mitbewerber die beiden Welten Buchhaltung/Controlling und IT so gut verbinden können wie wir. Digitalisierung hilft nur dann, wenn die Kunden, Mitarbeiter oder sonstige Stakeholder unserer Auftraggeber davon profitieren können. Dazu muss man die Geschäftsmodelle verstehen und das IT-Handwerk beherrschen. Wir können beides.



Fabian Meisser: "Die Digitalisierung muss für alle Beteiligten relevante Vorteile bringen."


Fabian, deine beiden Partner sind ja bereits seit über 6 Jahren Unternehmer, für dich ist diese Rolle neu. Was hat sich an deinem Alltag geändert gegenüber dem Angestelltenverhältnis von vorher?


Fabian Meisser: Ich empfand die Arbeit als Controller immer als spannend, herausfordernd und abwechslungsreich. Jetzt ist aber alles nochmals ein paar Stufen höher – vor allem das eigene Energielevel. Man arbeitet für die eigene Sache, man darf sich um Dinge kümmern, die in einer bestehenden Firma alle schon am ersten Arbeitstag da waren. Schliesslich bin ich ja Betriebswirtschafter und dies kam in den letzten Jahren etwas zu kurz. Die neue Aufgabe ist unglaublich spannend – von «Alltag» kann man nun nicht mehr wirklich sprechen. Spannend finde ist auch den Austausch in strategischen Fragen mit Raphi und Tobi. Sie bringen viel unternehmerische Erfahrung mit. Durch das» Köpfe zusammenstrecken» sind wir schon auf viele gute Ideen gekommen; dies macht wirklich Freude.


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